Blitzblau

Freitag, 06. Januar 2012

Blitzblau

FOTO: ROLAND STUMPF/fotocommunity

Frage einer Leserin aus Franken: Bei uns gibt es den Begriff „bliddschblau“, wahlweise auch „blitschblau“ oder „plitschblau“. Man sagt zum Beispiel: „Die Kinder waren zu lange im Wasser und kamen mit bliddschblauen Lippen und zitternd heraus.“

Jetzt habe ich einen Text zu überarbeiten, in welchem der Autor (ebenfalls ein Franke!) das (hochdeutsche?) Wort „blitzblau“ verwendet. Gibt es das überhaupt? Sollte ich lieber „knallblau“ daraus machen? Was raten Sie mir?

Antwort des Zwiebelfischs: Das fränkische Wort „bliddschblau“ müsste wohl tatsächlich „blitzblau“ geschrieben werden. Es sei denn, es handelte sich um eine Veröffentlichung in „frängischä“ Mundart.

Der Duden führt „blitzblau“ mit dem Vermerk, es sei „umgangssprachlich“. Es ist hauptsächlich im süddeutschen und im österreichischen Sprachraum verbreitet. Und es bedeutet „kräftiges Blau“.

Das Adjektiv „knallblau“ gibt es – in Analogie zu Wencke Myhres „knallrotem Gummiboot“ – ebenfalls. Doch genau wie „blitzblau“ gilt es als umgangssprachlich. Wobei es gegen einen „knallblauen Himmel“ wirklich nichts einzuwenden gibt, weder metaphorisch noch meteorologisch. Schon gar nicht hier im Norden!

Auf Hochdeutsch würde man „blitzblau“ und „knallblau“ wohl am treffendsten mit „grellblau“ wiedergeben. Sie können es natürlich auch mit „leuchtend blau“ oder mit „ein sehr intensives Blau“ umschreiben. Das ist – wie so oft in der Standardsprache – umständlicher, aber dafür weniger knallig.


Dazu ein Leser aus dem Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt: Bei uns gibt es den Begriff „blitzblau“ oder „blitzeblau“ auch. Dieser wird meist in Verbindung mit Körperteilen gebraucht: die Lippen blitzblau gefroren, das Auge blitzeblau geschlagen. Von einem „blitzblauen Himmel“ habe ich indes noch nichts gehört, es klingt für meine Ohren ungewohnt.


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September 2011

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